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von wegen lisbeth

[Hier werden Marken- und Bandnamen genannt, könnte also Werbung sein. Nicht gesponsert versteht sich, sondern aus rein inhaltlichen Gründen.] Pünktlich zum Start ihres neuen Albums „sweetlilly93@hotmail.com“ geht meine Lieblings-Retro-80er-Indie-Band Von Wegen Lisbeth aus Berlin wieder auf Tour. Das Ticket hatte ich schon ein gutes halbes Jahr vorher – weil, ist natürlich schnell ausverkauft. (Schon krass, wie das immer so läuft! Wenn ich da an Seeed denke, dessen angekündigtes Konzert 2020 (!) auf der riesigen Waldbühne innerhalb von 15 Minuten schon ausverkauft war … puh!)

Wie war’s also?

„Und was ist sonst noch so passiert?“

Keine Schlange, kein Anstehen, obwohl wir schon eine Stunde vor Konzertbeginn da waren, und nicht kurz vor Knapp wie bei Alligatoah oder zu früh wie bei Sido. Erfrischend anders auf jeden Fall, aber scheinbar sollte ich mir angewöhnen, einfach immer so ne halbe Stunde nach dem offiziellen Einlass aufzuschlagen. Meine gute Freundin, mit der ich zusammen die Columbiahalle besucht hatte, und ich haben uns schon vorher fleißig das neue Album angehört und waren demnach natürlich exzellent vorbereitet.

Zur Columbiahalle muss ich ja mittlerweile nicht mehr viele Worte verlieren. Ich bin immer noch kein Fan und finde sie etwas beengend, vor allem, wenn sie ausverkauft ist (was natürlich eigentlich immer der Fall ist). Nichtsdestotrotz haben wir uns unten hingestellt, zum jungen Volk, nachdem wir festgestellt haben, dass der Altersdurchschnitt deutlich unter 30 ist. Letztendlich hätten wir wohl auf die Alterstribüne gehört, aber naja, wer nicht wagt usw.

Die Vorband zu Von Wegen Lisbeth: Blond

Während wir uns langsam aber sicher wie in einer Sardinenbüchse stehend fühlten, kam VWLs Support auf die Bühne. Die hatte ich irgendwann schonmal als Vorband von Kraftklub gesehen und deshalb irgendwie direkt wiedererkannt: Blond – das Dreiergespann aus Chemnitz, Nina Kummer, Johann Bonitz und Lotta Kummer. Kummer … Moment, klingelt da was? Ja, korrekt, die beiden Gurrls sind die Schwestern der berühmten Kraftklub-Jungs Felix und Till. Ich mag ja solche Funfacts. Könnte mir aber vorstellen, dass die Band selber damit nicht unbedingt hausieren geht. Von wegen den eigenen Fame nicht auf den übermächtigen Brüdern aufbauen und so.

Ein bisschen Tanzen ging dann in der Sardinenbüchse doch und wir bekamen soliden Indie-Pop auf die Ohren, der mich direkt an die Girlband Gurr erinnerte, die passenderweise auch schonmal die Band mit dem K supported hatte.

Blond
Blond (jaja, nur 2 Bandmitglieder im Bild)

Von Wegen Lisbeth oder „Wenn du tanzt“

Die Sardinenbüchse verdichtete sich weiter und 45 Minuten Umbaupause machten die Situation nicht gerade angenehmer. Aber es gibt Schlimmeres und die Hauptsache ist ja, dass sich das Warten gelohnt hat. Bei den ersten Klängen, die ertönten, rastete das relativ junge Publikum dann auch direkt aus. Aber nicht auf aggressive, eher auf so blumig-angenehme flummiballartige Weise. Alle sprangen gleichzeitig in die Luft, und da man eingequetscht war, machte jeder mit, egal ob man wollte oder nicht. Nicht umsonst ist einer der größten Hits der Band „Wenn du tanzt“ und das nahmen dann alle eben auch wörtlich.

Die Stimmung war echt angenehm. Das Sardinenbüchsenfeeling löste sich dann auch langsam auf, weil sich eh alles durch das Rumgetanze verschob und immer irgendwer Platz machte, um Bier zu holen.

„Alexa gib mir mein Geld zurück!“

Von Wegen Lisbeth warnte uns vor, dass dieses Konzert richtig, richtig lange gehen würde und bei zwei Alben spielten sie dann auch eigentlich fast alles. Die Playlist reichte vom neuen Song „Sweet Lilly“, der Live-Premiere an jenem Tag feierte, über bereits neue Dauerbrenner wie „Alexa gib mir mein Geld zurück“ bis zu Klassikern wie „Meine Kneipe“ oder „Sushi“. Und auch die ruhigen Stücke wurden bedient, wobei auffällig viele diese Tanzpause zum Bier holen nutzten.

von wegen Lisbeth Retro
VWL

Die Jungs selbst bedienten sich neben Gitarre, Keyboard und Co. wie eh und je ihren coolen Retro-Kinderinstrumenten und natürlich ist das ein ganz wichtiger Faktor bei ihren Auftritten. Dazu der unverkennbare 80er Flair: Sänger Matze im typisch breitstreifigen Hemd mit der guten alten Levis 501, Schlagzeuger Julian mit unsagbar übertrieben charmanter Vokuhila.

Mein Fazit:

Von Wegen Lisbeth sind die angenehmste Band, die ich jemals live gesehen habe. Das Publikum ist angenehm, die Stimmung ist angenehm, die Musik ist angenehm. Und ich meine das in einem sehr positiven Sinne. Es ist einfach alles locker, fluffig und blumig ohne Aggro-Vibes wie bei K.I.Z. oder lyrisch sehr anspruchsvoller Ergüsse wie bei Alligatoah. Was nicht heißt, dass Von Wegen Lisbeths Texte nicht lyrisch anspruchsvoll wären – aber eben auf eine seichte Art und Weise. Hier wird der Alltag thematisiert. Was Studenten so den ganzen Tag treiben, das trifft es wohl am ehesten. Keine tiefe Gesellschaftskritik, keine Liebesdramen, keine Politik. Und genau das ist es doch, was man zum einfach nur Spaß haben braucht, oder? Angenehm eben.

Wer sich nicht nur mein Gelaber durchlesen will, sondern vor allem wissen möchte, was die Band selbst zu sagen hat: Von Wegen Lisbeths Tourblogeinträge sind einfach mega witzig! Lest mal unbedingt hier rein: Tourblog zur Columbiahalle

Von Wegen Lisbeth – Westkreuz (Offizielles Musikvideo)

Und wer jetzt immer noch weitermachen will, der darf mir gerne hier den einen oder anderen Kommentar lassen. Oder mal schauen, was auf meinem Instagram so geht. Hauptsache nett sein!

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