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Sido Weihnachtsshow

Was lange währt, wird endlich gut! Ein wundervolles neues Jahr 2019 wünsche ich euch. Ich hoffe, ihr seid gut reingekommen und habt auch eine wundervolle Weihnachtszeit verlebt. Womit wir auch schon gleich beim Thema wären: Sido.

So ganz augenscheinlich hat Sido erstmal so wenig mit Weihnachten zu tun wie der Papst mit Scientology, doch am Ende des Jahres 2018 belehrte uns eben jener Deutschrap-Master eines besseren – mit gleich drei Weihnachtsshows in der Berliner Columbiahalle. 

Meine BFF und ich ließen uns da nicht lange bitten, hatten wir doch seit dem Deutschpoeten-Festival 2016 unsere Vorliebe für Sido entdeckt und warteten seitdem sehnsüchtig darauf, ihn einmal exklusiv live in concert zu erleben. Gesagt getan – hier also mein längst überfälliges Review!

sido Weihnachtsshow
Sidos Weihnachtswohnzimmer. Rechts die Band, links die Wichtel.

Das Konzept: Sido & Guests

Chapeau muss ich sagen, wirklich süß gemacht! So richtig wusste man ja nicht, wie dieses Konzert letztendlich aufgesetzt sein würde. Die Betitelung „Show“ traf es dann doch ganz gut. Die Kulisse auf der Bühne glich einem riesigen Weihnachtswohnzimmer, inklusive geschmücktem Baum, Sofaecke zum Lümmeln und Kamin, aus dem regelmäßig Gaststars purzelten. Sido selbst, stilvoll in rotem Trainingsanzug mit drei Streifen, gab seine beliebtesten Songs zum besten, teilweise eben auch mit seinen Gästen. 

Durchbrochen wurde das Konzert durch einige Showelemente, darunter das Verlesen der Weihnachtsgeschichte mit Sxtns Nura als Maria, Geschenke an Konzertbesucher verteilen (vornehmlich Kinder, z.B. an Legolas), und den armen Physiotherapeuten zum Jägermeister exen bringen, der sich sicher ganz bitterböse an Sido gerächt haben wird. Teilweise dachte man sich „Alter, hör auf zu labern und sing mehr“, aber im Großen und Ganzen war es sehr spaßig. Ein gut durchdachtes Konzept, manchmal unfreiwillig dämlich (Stichwort Playboy 51), aber auf jeden Fall immer sehr unterhaltsam. 

Die Location: Columbiahalle

Ich bin definitiv kein Freund dieser Konzertlocation, das wusste ich aber auch schon vorher. Nur nützt es ja nichts, hingehen muss man halt trotzdem, wenn sich die Künstler aus welchen verrückten Gründen auch immer dazu entscheiden. Fakt ist: Die Columbiahalle ist viel zu eng und schlecht auftgeteilt. Tatsächlich ist sie eigentlich gar nicht aufgeteilt, weil alles in einem großen Raum ist. Du läufst durch den Eingang und bist direkt mitten im Geschehen. Die Leute stehen direkt bis an den Eingang, wenn du Pech hast, hast du einen Platz hinter den Betonfeilern, die den Balkon oben tragen. An den Seiten dann die Bars und der Merch. Wer zur Garderobe will, muss sich mit 3.000 anderen Gästen durch eine enge Tür nach unten durchquetschen, was dich mal eben eine Stunde deiner Zeit kosten kann. Nur der Raucherbereich draußen ist ganz hübsch gemacht, hier ist ausnahmsweise mal Platz.

Sido mit Mark Forster
Sido mit Mark Forster im special Sido-Weihnachtspulli

Das Konzert

Nicht alle von Sidos Gästen haben mitperformt. Einige waren halt einfach nur da, so wie Nura, von der ich mir schon eine kleine Rapeinlage gewünscht hätte. Dafür war Deutschpop-Darling Mark Forster anwesend, unterhielt sich die meiste Zeit angeregt mit eben dieser lilahaarigen Nura, gab dann aber auch „Au Revoir“ mit Sido zum besten. Mein absolutes Highlight kam gen Ende, als plötzlich Dag und Vince von SDP auf die Bühne purzelten und mit „Ne Leiche“ und „Die Nacht von Freitag“ eine ziemlich mitreißende Showeinlage lieferten. Sido selbst hatte natürlich auch einige Klassiker und Neuheiten auf Lager. „Löwenzahn“, „Tausend Tatoos“ oder „Fuffies im Club“ wurden schon sehr solide performt.

Letztendlich war auch das Publikum gut dabei, ging ab und machte mit, aber so richtig ekstatische Stimmung kam nicht auf. Dafür wurden die Konzerteinlagen zu oft unterbrochen und vor allem die Geschenkeverteilerei an das zehnte Kind wurde mit der Zeit etwas langweilig. Dafür war es dann ja aber eine Show  – und eben kein reines Konzert.

Top 3 Highlights

  1. Legolas: Wie schon erwähnt, verteilte Sido fleißig Geschenke (Playstation, Kopfhörer und sowas) an seine Gäste, vornehmlich Kinder. Man konnte es quasi in seinem Kopf rattern hören, als ein Junge mit dem klangvollen Namen „Legolas“ auf die Bühne kam. Gefühlt zwei Stunden später fiel ihm dann ein, dass der holde Elb aus „Herr der Ringe“ Namensgeber war. Haha!
  2. Arschficksong: Jeder kennt ihn, jeder liebt ihn, jeder will ihn. Zugegeben hat Sido das Ding auch immer wieder ordentlich angeteasert, sodass es letztendlich gar keiner Arschficksong-Rufe aus dem Publikum bedurfte – das Lied war Zugabe und Sido sichtlich ein bisschen beschämt. Er hat ja mittlerweile Kinder und so.
  3. Dag: Dag von SDP sieht man eigentlich nur mit freiem Oberkörper oder zumindest Muskelshirt auf der Bühne. Umso befremdlicher à la „Irgendwas ist falsch“ war denn sein Auftritt mit hochgeschlossenem Sido-Weihnachtsshirt. Bitte das nächste Mal wieder ohne. Danke! ^^
SDP feat. Sido || Ne Leiche || Live 2018 HD Weihnachtsshow || Columbiahalle

Q&A

Bist du jetzt Sido-Fan?

Würde ich jetzt nicht so sagen. Tatsächlich höre ich Sido privat eher selten, obwohl es natürlich einige seiner Songs wie „Löwenzahn“ auf meine Playlists geschafft haben. Ich mag vor allem Sidos Entertainment-Qualitäten, er auf der Bühne macht einfach Spaß. Von daher sicher nicht mein letztes Sido-Konzert.

Hast du dir Merch gekauft?

Nein, aus oben genannten Gründen diesmal nicht. Aber der Weihnachtsstyle-Merch war eh nicht so mein Ding. Eine coole Sache war allerdings, dass dennoch kein Konzertbesucher mit leeren Händen nach Hause ging: Am Ausgang bekam jeder ein paar Sido-Socken in Geschenktüte überreicht.

Gab es auch fragwürdige Elemente?

Hmm, nun ja, es gab Wichtel. Klar, Weihnachtswichtel gehören zu Weihnachten irgendwie dazu. Die sehen komisch aus und sind für die Geschenkeverteilung zuständig. Aber muss man dafür wirklich Kleinwüchsige engagieren? Ich weiß nicht und lasse das einfach mal so umkommentiert stehen.

Nie wieder Columbiahalle, oder wie?

Kann ich (leider) nicht unterschreiben, da auch im Jahr 2019 dort einige Acts auftreten werden, die ich nicht verpassen möchte (VWL z.B.). Und ein Gutes hat die Halle ja doch: Wenn man nicht ganz so spät nach oben tingelt, bekommt man noch einen Stehplatz auf dem Balkon, von dem man tatsächlich ganz gut sehen kann.

Sidos Webseite: sido.de

Nun bin ich gespannt: Wer von euch war auch bei der Sido-Weihnachtsshow? Vielleicht an einem anderen Tag? Was war anders? Bitte gerne ab damit in die Kommentare. Thnx!!

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